… und Grütze bei 3°

Nachdem das Problem der Entsorgung der Grützebrennstäbe noch nicht endgültig gelöst ist – neben dem Verfüttern in der Kantine oder dem Werksverkauf der ausgelutschten Brennstäbe ist unsere Marketingabteilung auf eine geniale Idee gekommen: Die Brennstäbe werden zuerst in unserem Hochsicherheitstrakt unter Hochdruck und bei -40°C in Grützefässer umgefüllt. Die Fässer kommen dann in den gut-sortierten Grützehandel.
Diese Fässer werden beim Kunden dann in eine Grützezapfanlage eingeführt, die die potentielle Kundschaft vorher separat erwerben muss. Dieser wird aber stets mit quasi „braufrischer“ Grütze belohnt, die noch perfekt temperiert ist. Der gemeine Grütze-Junkie muss dieses Gerät einfach haben, finden zumindest unsere Marketing-Leute. Auch wenn die Grützefässer das doppelte kosten wie Grütze in unseren Gläsern – dafür ist es in den Gläsern nicht so frisch. Unsere Marktstudien (bzw. die Studien unserer Marketing-Fuzzis) haben aber ergeben, dass dies die Kundschaft gerne in Kauf nimmt. Da bin ich ja mal gespannt – nächste Woche ist Verkaufsstart. Wir Mitarbeiter dürfen – oder besser: müssen – die Geräte natürlich testen, d.h. nach Feierabend nimmt heute jeder Kollege eine Zapfanlage und ein Grützefass nach Hause mit.

In freudiger Erwartung verbleibe ich bis dahin an meinem Arbeitsplatz.

Über Supergau

Christian war für die letzten 42 der 25 Störfälle im Kraftwerk verantwortlich. Er setzt sich vehement für die bessere Unterscheidung von roter und grüner Grütze ein - vordringlich durch Einführung eines neuen Farbleitsystems.

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