Grützeplasma weckt Interesse von Investoren
Die Plasmageschichte wird ganz groß, da liegt was in der Luft. Gestern war eine japanische Delegation eines ebenso japanischen Konzerns im Haus. (Namen des Hauses darf ich aus Sicherheitsgründen nicht nennen.) Wenn ich meiner Informantin aus dem Marketing trauen kann, wird Grützeplasma “the next big thing” in der Entwicklung des digitalen Fernsehens. Alle tun unheimlich geheimnisvoll, aber ich glaube die Japaner werden mit einer deutschen Entwicklung wieder das machen, was sie immer tun: marktreif machen und wie wahnsinnig verkloppen. Hoffentlich bleibt was an Lizenzgebühren bei uns hängen.
Aber noch ist noch nichts in trockenen Tüchern. Eine Problematik ist angeblich die Farbdarstellung. Da wir naturgemäß mit roter und grüner Grütze arbeiten ist der Farbraum für die Bildwiedergabe etwas eingeschränkt. Das schliesst zudem auch noch den Anteil der Bevölkerung aus, die an – unwissenschaftlich gesagt – Rot-Grün-Blindheit leiden. Diese Sehschwäche betrifft ausgerechnet überwiegend Männer, also der Mehrheit der fußballsehenden Fernsehnation. Ein Nachteil für’s Marketing: 2010, die nächste Weltmeisterschaft und kein Argument, einen neuen Grützplasmafernseher zu kaufen.
Ein Duell wie Schweiz gegen Iran mit Ihren roten und grünen Trikots auf sattgrünen Rasen: exzellentes Bild auf dem Grützebildschirm für Normalsichtige, aber für visuell benachteiligte ist das Spiel nicht viel interessanter als die Nationalflagge von Bangladesh. Es bleibt schwierig.
Am 25. Juni 2006 um 23:44 Uhr
Wir sollten noch hinzufügen, dass die Ähnlichkeit mit lebenden und untoten Personen bei der Geschichte mit der Rot-Grün-Blindheit wirklich reiner Zufall ist.
Am 26. Juni 2006 um 16:03 Uhr
Dann mal noch viel Erfolg beim verhandeln.
Am 26. Juni 2006 um 16:44 Uhr
Danke! Morgen gibt’s einen Bericht, wie’s gelaufen ist, vorher können wir nichts verraten.
Am 30. Juni 2006 um 23:42 Uhr
[...] 30 Jun 2006 Das Geheimnis unseres Verhandlungsgeschicks Posted by Supergau under Business Business… jetzt kann ich’s ja sagen …unsere Verhandlungen sind wirklich positiv verlaufen. Wir haben uns allerdings einen taktischen Vorteil verschafft, um die Stimmung etwas aufzulockern: statt herkömmlicher Apfelschorle oder Energy-Drinks haben wir gewöhnliches Bock-Bier in die entsprechend etikettierten Flaschen gefüllt – ausnahmsweise kamen keine Grützeerzeugnisse zum Einsatz. [...]