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Über Reaktorsicherheit

Stephan war schon seit frühester Kindheit mit der Reaktorsicherheit im Kraftwerk betraut und führt diese Aufgabe bis heute in seinem Wirkungsbereich. Er betreut sowohl unsere klassischen Reaktoren zur Grützespaltung als auch unsere neuen Fusionsreaktoren.

Grützeschadbären schuld an der Finanzkrise?

Parteiinterne, gut unterrichtete, aber namentlich nicht genannte Kreise diskutieren, ob Grützeschadbären nicht indirekt an den Kosten der Bankensanierung beteiligt werden können. Die zur Bankenrettung vom Steuerzahler aufgewendeten Mittel sollen nach Meinung von parteiinternen Politikern auch von Schadbären wieder erstattet werden. Letztere seien indirekt am Niedergang der Finanzmärkte beteiligt, da die von den Banken kurz zuvor neu eingeführten Grützeplasmabildschirme angeblich nicht voll funktionsfähig waren, wenn das Bilschirminterne Grützereservoir (Grützetank rot/grün) nicht einen Mindestfüllstand aufwiesen.

Da nun an den Finanzmärkten neben den Bullen auch nicht wenige Bären ihre Heimstatt hätten, sei es laut Angaben der Bankinstitute zu mehreren Fällen von Grützeentwendung durch Schadbären gekommen.

Diese hätten zur handelsfreien Zeit sich über die Grützeplasmaschirme und die in den Reservoirs enthaltene Grütze schadlos gehalten, also leergeschürft. Durch die fehlende Grützemenge war die Farbdarstellung der Plasmamonitore beeinträchtigt, welche nun die Darstellung der Wertpapierkurse verfälschten und in Folge falsche Entscheidungen seitens der Wertpapierbroker verschuldeten.

„Niemand hat die Absicht, eine Grütze-Pipeline zu bauen!“

An dieser Stelle möchte ich alle Gerüchte entkräften, die vom Bau einer EU Grütze-Pipeline wissen wollen. Ich zitiere hier, wie bereits in der Überschrift unseren Kraftwerksdirektor. Diese Verlautbarung wurde vor wenigen Stunden nach einer eiligst einberufenen Telefonkonferenz der zuständigen Stellen, sowie Mitgliedern der Bundesregierung veröffentlicht.

Darin steht sinngemäß: es ist weder vorgesehen eine Pipeline über oder durch den Brenner nach Italien, noch durch Frankreich über die Pyrenäen nach Spanien in dortige Obstanbaugebiete zu bauen, um die Versorgung mit Rohstoffen sicherzustellen. (Zumindest solange nicht, bis sich die Marketingabteilung bezüglich der Farbe der Pipeline-Ummantelung einigen kann.)

Spannungen in der Beziehung zwischen EU und Russland führen zu Umdenken in der Energiepolitk

„Energiegewinnung aus Grütze könnte geostrategische Vorteile in sich tragen.“ das zumindest verlautete aus nicht weiter genannten aber gut informierten Kreisen in der unmittelbaren Umgebung der Bundesregierung.

So wurde es mir zumindest von einem Vertriebsmitarbeiter unseres Kraftwerks mitgeteilt, der gerade in Berlin mit einem Staatssekretär oder Mitarbeiter im Umweltbundesamt Kaffee trinken war.

Wenn man sich die heutigen politschen Entwicklungen so ansieht, ist es an sich nicht verwunderlich, dass sich Frau Merkel noch Optionen offenhalten muss:

EU-Russland-Gipfel endet in offenem Streit

Heftige Turbulenzen in Samara

Raketenschild, Denkmalstreit, Fleischlieferungen, Energiesicherheit – immer wieder waren diese Themen im Vorfeld des EU-Russland-Gipfels in Samara als die großen Probleme genannt worden, die es zu klären gebe.“

(Quelle: Artikel bei tagesschau.de)

Wahrscheinlich werden im Umfeld des anstehenden G8-Gipfels intensivere Gespräche über den Bau eines vollwertigen Grützekraftwerks stattfinden. Vielleicht bei 2 Tassen Kaffe und einem Cappuchino, wie der Kollege meinte. Damit könnte Deutschland von Energielieferungen aus Russland unabhängig werden. Eventuell wird ja dann durch eine EU-weite Grützeverstromung der endgültige Ausstieg aus der Atomkraft eingeläutet.

Ich teile ja seine Euphorie, denn die Grützespaltung ist mittlerweile eine der sichersten Technologien in diesem Gebiet. Ich bin gespannt und Kollege Supergau will mit dem Reaktor schon wieder „richtig Gas geben“. Da ist er anders veranlagt als Kollege Putin, wie es manchmal scheint.

Supersicher, supergeheim

Ich ringe noch ein bischen mit mir, der Kraftwerksdirektion vorzuschlagen, den geplanten zweiten Grützefusionsforschungsreaktor in der Schweiz zu bauen. Das hat viele Vorteile der Geheimhaltung wegen. Dort könnte man sich nämlich gut rausreden, wenn man versehentlich das Wort „Grütze“ ausplappert. Man kann einfach sagen, man hat einen umherstehenden Bekannten gegrüßt. Das klingt dort schließlich ähnlich. Das ist echt gut. Ich schreib mal ein Memo.

Ist das ein Problem, Bär?

Mal ganz abgesehen davon, dass uns dieser Bär mit seiner Präsenz so mittelbar nach dem tragischen Ableben seines Bärenkollegen Bruno beglückt – was steckt hinter dieser Häufung von Zwischenfällen in Zusammenhang mit Meister Petz? Nicht genug, dass ich schon einige Nächte wegen der anhaltenden Hitze nicht schlafen konnte, nein, auch unser bäriger Freund bereitet mir Schlaflosigkeit.

Was führt ihn auf unser Gelände? Was ist an Grütze so interessant? (Ich meine für Bären, schon klar, oder?). Warum steppt der Bär auf Kraftwerkswiesen?
Ist’s Wissbegier, gar Forscherdrang?
Oder – was verständlich wär‘ – der Drang zu Überleben?
Denn in der Not, da frisst der Bär die Grütze.
Ob Rot, ob Grün, ganz einerlei:
wohlig füllt der Grützebrei des darbend Bären Magen.

Derart gesättigt steht der Sinn nicht mehr nach Schaf, Geflügel, Rind und andern fleischlich Waren.
So hat’s sein Gutes – alldieweil – ich bin’s noch nicht zufrieden!

Wie ward es möglich ihm, dem Ursus, des Kraftwerks schützend Wall
so mir nix dir nix zu durchbrechen
und sich am Grützevorrat schadlos haltend
Nächte zu durchzechen?

(Wenn Nachts tropische Temparaturen vorherrschen, spreche/denke/träume/fabuliere ich oft in gebundener Sprache. Klingt komisch, is aber so.)

Sinnierend nächtens auf dem Lager wälzend blitzt es mir in Gedanken auf:
was, wenn alles missverstanden wär‘? Wenn er –
der Bär – nicht wahrhaft menschlich‘ sprachbegabt – gar „Bär’n“ mit „Beeren“ schicksalhaft verwechselte?
Wähnt‘ ihn gar, dass BÄREN und nicht BEEREN wir der Grütze beigemengt?
Des Bären Ohr, wie nimmt es unsre Sprach‘ wohl wahr?
Wollt‘ am End‘ er seine Brüder aus des Werkes Fängen wohl befreien, und seine Schwestern auch?
Edler Kämpfer, Bär, für Freiheit, Gleichheit, Bärigkeit?

So lasst ihn ziehen, preist ihm Ehr‘! Ein‘ solchen Bären find’t so schnell ihr nimmermehr!

Grützeplasma weckt Interesse von Investoren

Die Plasmageschichte wird ganz groß, da liegt was in der Luft. Gestern war eine japanische Delegation eines ebenso japanischen Konzerns im Haus. (Namen des Hauses darf ich aus Sicherheitsgründen nicht nennen.) Wenn ich meiner Informantin aus dem Marketing trauen kann, wird Grützeplasma „the next big thing“ in der Entwicklung des digitalen Fernsehens. Alle tun unheimlich geheimnisvoll, aber ich glaube die Japaner werden mit einer deutschen Entwicklung wieder das machen, was sie immer tun: marktreif machen und wie wahnsinnig verkloppen. Hoffentlich bleibt was an Lizenzgebühren bei uns hängen.

Aber noch ist noch nichts in trockenen Tüchern. Eine Problematik ist angeblich die Farbdarstellung. Da wir naturgemäß mit roter und grüner Grütze arbeiten ist der Farbraum für die Bildwiedergabe etwas eingeschränkt. Das schliesst zudem auch noch den Anteil der Bevölkerung aus, die an – unwissenschaftlich gesagt – Rot-Grün-Blindheit leiden. Diese Sehschwäche betrifft ausgerechnet überwiegend Männer, also der Mehrheit der fußballsehenden Fernsehnation. Ein Nachteil für’s Marketing: 2010, die nächste Weltmeisterschaft und kein Argument, einen neuen Grützplasmafernseher zu kaufen.
Ein Duell wie Schweiz gegen Iran mit Ihren roten und grünen Trikots auf sattgrünen Rasen: exzellentes Bild auf dem Grützebildschirm für Normalsichtige, aber für visuell benachteiligte ist das Spiel nicht viel interessanter als die Nationalflagge von Bangladesh. Es bleibt schwierig.

Die Zapfanlagen sind wieder da.

Na toll! Es ist immer dasselbe. Seit Monaten dränge ich auf eine umfassende Schulung unserer Vertriebsmitarbeiter auf unserern Grützezapfanlagen. Anlagenführerschein. Offiziell zertifiziert. TÜV-geprüft. Sonst wird sich die Geschichte immer wieder wiederholen. Bei der der Live-Präsentation während der Vertretertagung wurden wieder rote Grützefässer direkt nach den grünen Grützefässern angeschlossen und gezapft ohne vorherige Reinigung der Leitungen. Zuviel verlangt?
Ein derartiges rot/grünes Grützegemisch kann sehr schnell sehr hartnäckige Verkrustungen im inneren der Anlage verursachen. Wenn Sie jetzt an Ihre Waschmaschine daheim und den verkalkten Heizstab denken, dann kann ich Ihnen nur sagen: Zehn mal schlimmer!

Jetzt sitzen wieder unsere Laborpraktikanten den halben Tag daran, die Leitungen mit Isopropanol zu reinigen. Sehr zeitaufwändig, aber den ganzen Restnachmittag laufen die Kollegen grinsend durch die Räume, wenn sie vergessen ihre Atemschutzmasken aufzuziehen. (Habe den Verdacht, da steckt Absicht dahinter. Werde gleich einen Kontrollgang verrichten.)

Warum ich mich so aufrege? Weil jetzt WM 2006 läuft und wir die Spitzenlasten an Energie abfangen müssen, wenn jeder Deutsche seinen neuen Plasmafernseher mit Surround-Anlage aufdreht und mit Bier- und Grützezapfanlagen Strom verbraucht, als gäb’s kein morgen mehr. (Das ist nur eine allgemeine Betrachtung, Kollege Supergau – ich finde Ihr Gerät gibt übrigens ein geniales Bild.) Jede Zapfanlage ist jetzt hilfreich.
Vorbildlich dabei das Verhalten unseres bamberger bloggers Jürgen : genereller Verzicht auf das TV-Empfangsgerät und die Verfolgung von wichtigen Ballspielen bei Freunden und Bekannten. Danke Jürgen, das ist eine beispielhafte Unterstützung für unsere Sache, bis wir mit der Fusionsreaktion soweit sind und ganze Stadien mit Strom versorgen können.

Ja, Grütze ist auch ein Nahrungsmittel

Heute wurde uns das Wasser von den Stadtwerken von 8.00 Uhr bis 10.00 Uhr abgestellt. Ganz normaler Vorgang, jeder konnte den Zettel lesen, den ein freundlicher Wasserwerker tags zuvor an die Eingangstür getackert hatte. Einigen Kollegen fiel das heute morgen um 8.30 Uhr schlagartig auch wieder ein.

Das schränkte die Produktion frischer Grütze natürlich nicht unerheblich ein. Genauso beeinträchtigte der Wassermangel auch den Betrieb des Fusionsreaktors. Wasser dient auch hier als Moderator, um die Reaktionsfreudigkeit der Grützeteilchen einzudämmen. Was hätten wir in dieser Stunde für eine funktionierende, gefüllte Grützezapfanlage gegeben. Aber die Marketingverantwortlichen hatten alle Anlagen zu einer Vertriebstagung mitgenommen. Alles für die Show.

Schade um die schöne Grütze. Wieder mussten mehrere Kilo unseres Rohstoffs mangels Kühlung entsorgt werden. Das ist glücklicherweise einfacher als bei unseren kernspaltenden Kollegen, aber auch mit Auflagen versehen. Alles, was nicht direkt von Betriebsangehörigen verwertet werden kann, findet seinen Weg zu den Kantinen der Bundeswehr oder Studentenmensen. So geht nichts verloren. Wieder ein Argument für Energie aus Grütze. Das läßt einen doch motiviert weiterwerkeln.

Alternative Energien

Gut, die Rohstoffe werden knapper und beispielweise Kohle reicht aucht nicht mehr so lange. Oft nicht mal bis Monatsende. Das ist ein lustiger Kalauer in Kraftwerkerkreisen, der sich auch noch über Jahre halten wird.

Deswegen befassen wir uns ja auch mit der Grützealternative. Jedoch gibt es auch Skeptiker unter den Forschern die schon seit langem vor der Endlichkeit der Grütze als Ressource zur Stromerzeugung warnen. Egal ob rot oder grün (die Grütze, nicht die politische Haltung) – irgendwann, so unken sie, wird es die pflanzlichen Rohstoffe, die ja unbestritten zur Grützeproduktion vonnöten sind nicht mehr geben. Umweltverschmutzung, Ozonloch, Klimawandel etc. tragen dazu bei, dass keine heimischen Beeren mehr in ausreichender vorhanden sein werden. Mit Beerenimporten aus dem Ausland würden wir uns abhängig machen, ganz abgesehen von der evtl. unterschiedlichen stofflichen Zusammensetzung dieser Importfrüchte, die sich nachteilig auf die Stromausbeute auswirken kann.

Götterspeise galt daher für einige Zeit als alternativer Energieträger. Erste Versuchsreihen verliefen vielversprechend. Jedoch gab es Probleme mit dem Marketing. Es wurde in einer kleinen Marktforschung untersucht, wie potenzielle Kunden die Energiegewinnung aus Götterspeise bewerten und ob sie dieses Verfahren unterstützen würden. Es gab Reaktionen aus einer Ecke, mit der wir nicht gerechnet hatten: Glaubensgemeinschaften. Obwohl es keine Ablehung gegen die Energieform als solche gab, konnten sich Vertreter monotheistische Religionen nicht recht mit der Pluralform „Götter“ anfreunden. Unsere Marketingabteilung gab schließlich die Richtlinie heraus, dass künftige Energiequellen auf konfessionelle Unbedenklichkeit zu überprüfen sind.