Archiv der Kategorie ‘Grütze‘

Wirtschaftskrise – woher nur die ganze Grütze nehmen?

Dienstag, den 12. Mai 2009

Das fragen wir uns nämlich im Moment (zumindest Kollege vom Werksschutz) – ja wir sind zurück – ganz ehrlich. Wie der aufmerksame Leser sicherlich bemerkt hat, ist das Befüllen unseres Kraftwerks-Weblogs mit erquickenden Ergüssen aus unserm feucht-fröhlichen Alltag fast zum Erliegen gekommen. Nun, auch wird sind von der Wirtschaftskrise betroffen. Mit der fortlaufenden Rezession, der Angst vor Prozession und Inflation stieg auch überproportional die Nachfrage nach Grütze – sogar sprunghaft – an. Wir haben nun die doppelte Anzahl von Spaltvorgängen am Tag und sogar unser Grützebär schläft nur alle 2 Wochen, da wir alle Sonderschichten schieben müssen. In einem Wort zusammengefasst: die Überstunden werden wir nie im Leben abfeiern können.
Nun, die Gründe sind einfach: die Bevölkerung besinnt sich wieder auf die richtigen Werte – wo Grütze bis vor kurzem in Kantinen ihr Schattendasein führte (wenn auch da mit erfreulich großen Erfolg) ist Grütze der Renner des Jahres 2009. Nicht nur, dass die Grützeplasma-TVs immer größer werden – mit unseren neuen Delikatessprodukten liegen wir daher voll im Trend: “Grütze, der kleine Luxus”. Das Vorteil liegt hier auf der Hand – der Plasma-TV verbraucht wiederum die aus dem Spaltvorgang gewonnene Energie – ein Schelm, wer böses denkt, aber unser Chef ist schon ein Fuchs!

Diplomarbeitsthemen zu vergeben

Montag, den 29. Januar 2007

Im letzten Team-Meeting kam unser Chef auf die brilliante Idee, Themen für Diplomarbeiten für bedürftige Werksstudenten anzubieten. Die Motive dafür sind mannigfaltig und sehr stichhaltig:

  • Wir haben keinen blassen Schimmer von Marketing.
  • Wir haben noch weniger Ahnung von der erfolgreichen Führung eines mittelständischen Kraftwerks.
  • Es wäre interessant zu wissen, warum der Laden trotzdem brummt wie unser Grützeschadbär.

Die folgenden Themen wären zu vergeben:

  • Erstellung eines Businessplans für die Einführung von Grützeprodukten in Westeuropa zum 01.07.2007.
  • Das Geheimnis unseres Erfolgs – Grützeproduktion für die Welt. (Das könnten wir dann in unserer Wir-über-uns-Seite ergänzen – selbst fehlt uns leider die Zeit dazu, die wir lieber in sinnvolle Blogeinträge stecken.)
  • Die Vermarktung der Grützezapfanlage – welche Geschmackrichtungen werden vom Konsumenten noch gewünscht, wenn er die Wahl hätte. Und vor allem: welche Farbe soll die Grütze dann haben?
  • Weitere Verwendungsmöglichkeiten für Grütze – Einsatz in verschiedenen Branchen.

Natürlich ist auch was für unsere Kernphysiker und Biochemiker dabei:

  • Der Grützereaktor – welche Naturgesetze werden bei der Energiegewinnung durch Grütze verletzt.
  • Die Untersuchung des Spaltprodukts auf Gefahren für die Konsumenten.

Bei Fragen stehen wir jederzeit zur Verfügung – aber wie man unschwer erkennen kann – die Themen sind rar und heiß begehrt, sodass wir eine Vergütung selbstverständlich nicht nötig haben und uns bei der erfolgreichen Vergabe über eine kleine Aufmerksamkeit freuen würden.

Festanstellung für den Ex-Problembären

Samstag, den 27. Januar 2007

Nachdem sich das Tier im letzten Jahr doch recht gut bewährt hat um Eindringlinge vom Kraftwerksgelände fernzuhalten verfügen wir jetzt quasi über einen Grützenutzbären, der den Nachtwächtern von der Reaktorsicherheit einige Atempausen verschafft. Der Arbeitsvertrag gilt unbefristet seit dem 01. Januar 007. Allerdings ist der Grützeverbrauch des Tiers immens – da die gespaltene Grütze ja nicht auf Bäumen wächst müssen wir nun täglich einen extra Spaltvorgang ansetzen – was die Leistung unseres Grützebären aber locker wieder aufwiegt. Die Verbotsschilder vom letzten Jahr lassen wir aber erstmal stehen – sicher ist sicher.

Grützeplasma weckt Interesse von Investoren

Samstag, den 24. Juni 2006

Die Plasmageschichte wird ganz groß, da liegt was in der Luft. Gestern war eine japanische Delegation eines ebenso japanischen Konzerns im Haus. (Namen des Hauses darf ich aus Sicherheitsgründen nicht nennen.) Wenn ich meiner Informantin aus dem Marketing trauen kann, wird Grützeplasma “the next big thing” in der Entwicklung des digitalen Fernsehens. Alle tun unheimlich geheimnisvoll, aber ich glaube die Japaner werden mit einer deutschen Entwicklung wieder das machen, was sie immer tun: marktreif machen und wie wahnsinnig verkloppen. Hoffentlich bleibt was an Lizenzgebühren bei uns hängen.

Aber noch ist noch nichts in trockenen Tüchern. Eine Problematik ist angeblich die Farbdarstellung. Da wir naturgemäß mit roter und grüner Grütze arbeiten ist der Farbraum für die Bildwiedergabe etwas eingeschränkt. Das schliesst zudem auch noch den Anteil der Bevölkerung aus, die an – unwissenschaftlich gesagt – Rot-Grün-Blindheit leiden. Diese Sehschwäche betrifft ausgerechnet überwiegend Männer, also der Mehrheit der fußballsehenden Fernsehnation. Ein Nachteil für’s Marketing: 2010, die nächste Weltmeisterschaft und kein Argument, einen neuen Grützplasmafernseher zu kaufen.
Ein Duell wie Schweiz gegen Iran mit Ihren roten und grünen Trikots auf sattgrünen Rasen: exzellentes Bild auf dem Grützebildschirm für Normalsichtige, aber für visuell benachteiligte ist das Spiel nicht viel interessanter als die Nationalflagge von Bangladesh. Es bleibt schwierig.

Grützeplasma

Mittwoch, den 21. Juni 2006

Die neuste Idee aus unseren Forschungslabors (und vor allem von unserer Marketing-Abteilung) ist die Nutzung von “Grützeplasma” in Fernsehgeräten. Verhandlungen mit den großen japanischen Herstellern laufen bereits.

Hier das Bild eines frühen Prototypen:

Gruetzeplasmatv

Größter Vorteil dabei ist die völlige Freiheit von Pixelfehlern – die Vermeidung des gefürchtete Einbrennens bzw. hier eher “Anbrennens” stellt im Moment allerdings noch die größte Herausforderung dar. Dagegen ist die Lebensdauer der Grützeröhre nahezu unbegrenzt – das Grützeplasma ist jederzeit nachfüllbar (sofern sie nicht anbrennt), falls die Leuchtkraft nachlässt – natürlich nur mit der original Grütze-Zapfanlage und dem TV-Plugin, unseren Marktstrategen sei dank. Das ganze soll aber zum Glück als günstiges Bundle verkauft werden.

Allerdings ist uns beim Testen aufgefallen, dass z.B. der Rasen bei Fußballspielen einen leichten Rotstich hat – hier sollte man kurzfristig auf grüne Grütze umsteigen bzw. einfach umfüllen.

Blitzblank …

Dienstag, den 20. Juni 2006

… war der Reaktor, als ich am Montag den Laden wieder betreten habe. Saubere Sache!
Allerdings haben die Kollegen vom Reinigungsdienst ihren Blog neben dem Grützekern liegen lassen. Da hat der eigentlich nix zu Suchen. Wenn das der Kollege von der Reaktorsicherheit vor mir entdeckt hätte, wären die Kollegen jetzt ihren Job los. Da kann ich nur sagen: dem Tod von der Schippe gesprungen!

Gut dass Wochenende ist …

Samstag, den 17. Juni 2006

… diese Meldung habe ich gerade bekommen, als ich mich in die Web-Oberfläche unseres Reaktors einloggen wollte:

http://www.gruetzekraftwerk.de/reaktor/

Da kann ich nur sagen: dem sicheren Grützetod von der Schippe gesprungen. Ich hoffe mal, dass die Wochenendschicht die Sauerei bis Montag wieder aufwischt. Na denn Jungs: Viel Spaß!

Die Zapfanlagen sind wieder da.

Donnerstag, den 15. Juni 2006

Na toll! Es ist immer dasselbe. Seit Monaten dränge ich auf eine umfassende Schulung unserer Vertriebsmitarbeiter auf unserern Grützezapfanlagen. Anlagenführerschein. Offiziell zertifiziert. TÜV-geprüft. Sonst wird sich die Geschichte immer wieder wiederholen. Bei der der Live-Präsentation während der Vertretertagung wurden wieder rote Grützefässer direkt nach den grünen Grützefässern angeschlossen und gezapft ohne vorherige Reinigung der Leitungen. Zuviel verlangt?
Ein derartiges rot/grünes Grützegemisch kann sehr schnell sehr hartnäckige Verkrustungen im inneren der Anlage verursachen. Wenn Sie jetzt an Ihre Waschmaschine daheim und den verkalkten Heizstab denken, dann kann ich Ihnen nur sagen: Zehn mal schlimmer!

Jetzt sitzen wieder unsere Laborpraktikanten den halben Tag daran, die Leitungen mit Isopropanol zu reinigen. Sehr zeitaufwändig, aber den ganzen Restnachmittag laufen die Kollegen grinsend durch die Räume, wenn sie vergessen ihre Atemschutzmasken aufzuziehen. (Habe den Verdacht, da steckt Absicht dahinter. Werde gleich einen Kontrollgang verrichten.)

Warum ich mich so aufrege? Weil jetzt WM 2006 läuft und wir die Spitzenlasten an Energie abfangen müssen, wenn jeder Deutsche seinen neuen Plasmafernseher mit Surround-Anlage aufdreht und mit Bier- und Grützezapfanlagen Strom verbraucht, als gäb’s kein morgen mehr. (Das ist nur eine allgemeine Betrachtung, Kollege Supergau – ich finde Ihr Gerät gibt übrigens ein geniales Bild.) Jede Zapfanlage ist jetzt hilfreich.
Vorbildlich dabei das Verhalten unseres bamberger bloggers Jürgen : genereller Verzicht auf das TV-Empfangsgerät und die Verfolgung von wichtigen Ballspielen bei Freunden und Bekannten. Danke Jürgen, das ist eine beispielhafte Unterstützung für unsere Sache, bis wir mit der Fusionsreaktion soweit sind und ganze Stadien mit Strom versorgen können.

Grützezapfanlage, zweiter Teil

Donnerstag, den 15. Juni 2006

Die Evaluation der Geräte unter den Mitarbeitern ist vorbei – die ersten Ergebnisse liegen vor.

Die Zapfanlage ist eine feine Geschichte, allerdings ist ein riesengroßer Nachteil, dass die Grützefässer erst einen halben bis ganzen Tag in dem Gerät verweilen müssen, um die optimale Reisetemperatur von 3° zu erreichen. In unserem Fall war es zur Halbzeit der zehnminütigen Zusammenfassung des Ballspiels soweit: Die Grütze war alle – nix mehr da.

Daher tendiere ich zur Zweit-Zapfanlage um eine größere Blamage vor den Gästen zu vermeiden und um für alle Fälle gewappnet zu sein.
Nächste Woche testen wir das neue Vanillesoße-Plugin zum Aufstecken. Das Zapfgerät wird noch zur Eierlegenden Vollmilchsau!

Ja, Grütze ist auch ein Nahrungsmittel

Donnerstag, den 8. Juni 2006

Heute wurde uns das Wasser von den Stadtwerken von 8.00 Uhr bis 10.00 Uhr abgestellt. Ganz normaler Vorgang, jeder konnte den Zettel lesen, den ein freundlicher Wasserwerker tags zuvor an die Eingangstür getackert hatte. Einigen Kollegen fiel das heute morgen um 8.30 Uhr schlagartig auch wieder ein.

Das schränkte die Produktion frischer Grütze natürlich nicht unerheblich ein. Genauso beeinträchtigte der Wassermangel auch den Betrieb des Fusionsreaktors. Wasser dient auch hier als Moderator, um die Reaktionsfreudigkeit der Grützeteilchen einzudämmen. Was hätten wir in dieser Stunde für eine funktionierende, gefüllte Grützezapfanlage gegeben. Aber die Marketingverantwortlichen hatten alle Anlagen zu einer Vertriebstagung mitgenommen. Alles für die Show.

Schade um die schöne Grütze. Wieder mussten mehrere Kilo unseres Rohstoffs mangels Kühlung entsorgt werden. Das ist glücklicherweise einfacher als bei unseren kernspaltenden Kollegen, aber auch mit Auflagen versehen. Alles, was nicht direkt von Betriebsangehörigen verwertet werden kann, findet seinen Weg zu den Kantinen der Bundeswehr oder Studentenmensen. So geht nichts verloren. Wieder ein Argument für Energie aus Grütze. Das läßt einen doch motiviert weiterwerkeln.