Monatsarchiv für Juni 2006

Das Geheimnis unseres Verhandlungsgeschicks

Freitag, den 30. Juni 2006

… jetzt kann ich’s ja sagen … unsere Verhandlungen sind wirklich positiv verlaufen. Wir haben uns allerdings einen taktischen Vorteil verschafft, um die Stimmung etwas aufzulockern: statt herkömmlicher Apfelschorle oder Energy-Drinks haben wir gewöhnliches Bock-Bier in die entsprechend etikettierten Flaschen gefüllt – ausnahmsweise kamen keine Grützeerzeugnisse zum Einsatz.

Selbstverständlich hatten wir trotzdem den erhofften Erfolg – die Japaner waren “gut unterwegs” und haben alle Verträge zu unserer vollsten Zufriedenheit unterschrieben – wir hatten den Ablauf am Wochenende ja schon mehrfach geprobt, das Kantinengrillen war für alle Mitarbeiter verpflichtend.

Den Rest des Apfelschorle-Kastens und die 1.5-Liter-Flaschen Energy-Drinks gab’s dann On-Top für unterwegs.

Wir werden uns bei der Brauerei auf jeden Fall mit einer Grütze-Zapfanlage und einem Fass etra-starker Grütze revanchieren – eine Hand wäscht schließlich die andere.

Jetzt aber …

Dienstag, den 27. Juni 2006

Ich denke jetzt übertreiben die Ratten von der Kantine aber:

Schnitzel mit Leder

Hier kann es sich nur um ein erneutes Experiment handeln – aber das Ganze dann so plump anzupreisen … ich habe mit einigen anderen Kollegen lieber die Flucht ergriffen und mir eine frisch gezapfte grüne Grütze gegönnt (die Fässer kommen – neben einigen anderen Geschmacksrichtungen – demnächst auch in den Handel). Weil: so ein Lederball kann recht zäh sein!

Schmeckt subber und is was feins!

Montag, den 26. Juni 2006

Aus unserer neuen Rubrik “Grützekreationenen” finden Sie an dieser Stelle unregelmäßig Berichte über die neuesten Ergüsse unserer Kantine.

Dabei lassen sich die Ratten – Entschuldigung – Belegschaft unserer Kantine immer wieder etwas Neues einfallen, um uns “normale” Mitarbeiter auf die Probe zu stellen. So auch zum allwöchentlichen Firmengrillen im Kraftwerksgarten. Der Versuchsaufbau sah so aus:

Grütze + Tsatsiki am Tisch

Eine teuflische Kombination mit Tsatsiki am unteren Ende des Tischs und frisch gespaltener roter Grütze am oberen Ende. Nun, selbst ich wartete mit Spannung, ob an diesem Abend mit einem Ergebnis zu rechnen war – d.h. ob jemand tollkühn genug war, beides zu kombinieren, was auch die Intention der Kantinenratten war, die beides so auffällig unauffällig am Tisch platzierten.

Das war das Ergebnis des Experiments:

Grütze + Tsatsiki am Teller

Das ist der Beweis: die Kombination ist gelungen. Nur anscheinend war das ganze nicht essbar.

An dieser Stelle möchte ich auch darauf hinweisen, dass man selbst ohne das richtige Ergebnis eines Fußballspiels zu tippen, einen Trostpreis erhaschen kann – Schweden sei Dank! Ich bleib dabei, die Mitarbeiter des Möbelhauses hätten Bertis Buben locker geschlagen – sie hatten nur keine Gelegenheit dazu!

DO IT RIGHT FROM THE BEGINNING!

Montag, den 26. Juni 2006

Rote Grütze
1000 grams red fruits (currents, raspberries, brambleberries, strawberries, sour cherries, plums)
80 – 125 grams sugar
100 grams corn starch
1/3 quart rum (optional)
milk or cream

Wash fruit (set a handful aside). Combine the rest with 1 quart of water and 80 grams of sugar in a saucepan. Bring to a boil and cook over medium heat until done. (Fruit should not dissolve). Sweeten to taste with sugar. Mix corn starch with two tablespoons water and stir into the juice until thickened. Bring to boil and remove from heat. Blend in the rum if desired. Mash remaining fruit in blender and add to the thickened juice. Eat Rote Gruetze either hot or cold and serve with cold milk or cream.

Grützeplasma weckt Interesse von Investoren

Samstag, den 24. Juni 2006

Die Plasmageschichte wird ganz groß, da liegt was in der Luft. Gestern war eine japanische Delegation eines ebenso japanischen Konzerns im Haus. (Namen des Hauses darf ich aus Sicherheitsgründen nicht nennen.) Wenn ich meiner Informantin aus dem Marketing trauen kann, wird Grützeplasma “the next big thing” in der Entwicklung des digitalen Fernsehens. Alle tun unheimlich geheimnisvoll, aber ich glaube die Japaner werden mit einer deutschen Entwicklung wieder das machen, was sie immer tun: marktreif machen und wie wahnsinnig verkloppen. Hoffentlich bleibt was an Lizenzgebühren bei uns hängen.

Aber noch ist noch nichts in trockenen Tüchern. Eine Problematik ist angeblich die Farbdarstellung. Da wir naturgemäß mit roter und grüner Grütze arbeiten ist der Farbraum für die Bildwiedergabe etwas eingeschränkt. Das schliesst zudem auch noch den Anteil der Bevölkerung aus, die an – unwissenschaftlich gesagt – Rot-Grün-Blindheit leiden. Diese Sehschwäche betrifft ausgerechnet überwiegend Männer, also der Mehrheit der fußballsehenden Fernsehnation. Ein Nachteil für’s Marketing: 2010, die nächste Weltmeisterschaft und kein Argument, einen neuen Grützplasmafernseher zu kaufen.
Ein Duell wie Schweiz gegen Iran mit Ihren roten und grünen Trikots auf sattgrünen Rasen: exzellentes Bild auf dem Grützebildschirm für Normalsichtige, aber für visuell benachteiligte ist das Spiel nicht viel interessanter als die Nationalflagge von Bangladesh. Es bleibt schwierig.

Grützekraftwerk für 10.000€?

Donnerstag, den 22. Juni 2006

Heute haben wir im Kraftwerk ein interessantes Experiment gestartet: Ist es möglich, ein Gebrauchtkraftwerk aus den 70ern für 10.000,-€ zu kaufen?
Dazu sind wir (d.h. der Chef, unsere Reaktorsicherheit und meine Wenigkeit) losgezogen und haben uns ein Second-Hand-Superkraftwerk ausgesucht – lediglich 86.666km hat es auf dem Tacho:

86666km

Zurück in der Zentrale haben wir den Reaktor sofort angeschlossen und gezündet.

Der Grütze-Output war vorhanden, aber der Rohstoff alles andere als perfekt gespalten:

Ergebnis Reaktor für 10.000€

Entsprechend gering war die Energieausbeute – weit entfernt von der theoretisch möglichen Leistung. Also haben wir den Reaktor auf den Prüfstand geschickt und getestet – das Resultat war erschütternd: selbst ein aktueller Blockgrützereaktor, der lediglich grüne Grütze spaltet und somit weniger Leistung hat, bringt deutlich mehr Leistung – und das zu einen deutlich geringeren Anschaffungspreis.

Also hat der alte Reaktor mit der Zeit seine Spaltkraft deutlich eingebüßt.

Anschließend sind wir noch einen Real-Life-Test gefahren und haben unseren Web-Server angeschlossen. Nach den ersten paar Seitenaufrufen konnten wir ein kleines Rauchwölkchen entdecken, das dem Reaktorkern entsprang – zwei Sekunden später folgte die recht deftige Explosion des besagten Kerns.

Wir schlossen knallhart:

  1. Der Reaktorkern hält der Last nicht stand.
  2. Der Reaktorkern hält irgendeiner noch so geringen Last nicht stand.
  3. Der Reaktor samt Kern ist im Eimer.

Gut dass ich morgen frei habe: die Jungs von der Clearingstelle dürfen die Grütze wieder aufwischen, auf dass wir am Montag in der Forschungsabteilung alles wieder auf’s Neue besudeln können.

Nun, jedenfalls gibt es auf die Frage, ob man ein Gebrauchtkraftwerk aus den 70ern kaufen kann eine eindeutige Antwort: Ja, man kann – aber man sollte es auf keinen Fall tun!

Kaffeestand

Mittwoch, den 21. Juni 2006

6 Tassen. Pegel erreicht.

Grützeplasma

Mittwoch, den 21. Juni 2006

Die neuste Idee aus unseren Forschungslabors (und vor allem von unserer Marketing-Abteilung) ist die Nutzung von “Grützeplasma” in Fernsehgeräten. Verhandlungen mit den großen japanischen Herstellern laufen bereits.

Hier das Bild eines frühen Prototypen:

Gruetzeplasmatv

Größter Vorteil dabei ist die völlige Freiheit von Pixelfehlern – die Vermeidung des gefürchtete Einbrennens bzw. hier eher “Anbrennens” stellt im Moment allerdings noch die größte Herausforderung dar. Dagegen ist die Lebensdauer der Grützeröhre nahezu unbegrenzt – das Grützeplasma ist jederzeit nachfüllbar (sofern sie nicht anbrennt), falls die Leuchtkraft nachlässt – natürlich nur mit der original Grütze-Zapfanlage und dem TV-Plugin, unseren Marktstrategen sei dank. Das ganze soll aber zum Glück als günstiges Bundle verkauft werden.

Allerdings ist uns beim Testen aufgefallen, dass z.B. der Rasen bei Fußballspielen einen leichten Rotstich hat – hier sollte man kurzfristig auf grüne Grütze umsteigen bzw. einfach umfüllen.

6 1/2?

Dienstag, den 20. Juni 2006

Langsam wird’s noch viel enger mit der Kraftwerkswette … grad mal das halbe Jahr um – zählt eigentlich die Dohertysche Festnahme vom 16.06.2006 in Schweden? Gibt es einen Unterschied zwischen “Verhaften” und “Festnehmen”? Macht es einen Unterschied, ob die schwedische oder britische Polizei ihren Dienst getan hat? Ich bin bei meiner Berechnung (neun Stück) ja immer nur von der britischen Grande Nation ausgegangen, aber: andere Länder haben fleißige Ordnungshüter – was einem da schlagartig bewusst wird – wobei sich das ja fast rentieren würde, wenn die Briten für Pete jemanden fest einstellen, der ihn quasi “guided”.
Also bleibt es weiter spannend … hoffentlich haben wir noch etwas Zeit auszukarten, was überhaupt der Wetteinsatz war … vielleicht ein Babyshambles-Konzert besuchen (und die darin eingeschlossene Wartezeit mit den neuesten Geschichten aus der Hobbithek verbringen) … oder die Libertines wieder zu vereinigen … oder einen Jaguar zu kaufen + jenen welchen dann im Halteverbot in London stehen zu lassen … nachdem wir einem Konzert der Scissor Sisters in der Frith Street beigewohnt haben – natürlich allem voraus die Bezahlung der Congestion Charge.

Wir werden sehen … solange es sich nicht wieder um “unlauteren Wettbewerb” handelt – mit zwei Verhaftungen an einem Tag!

Blitzblank …

Dienstag, den 20. Juni 2006

… war der Reaktor, als ich am Montag den Laden wieder betreten habe. Saubere Sache!
Allerdings haben die Kollegen vom Reinigungsdienst ihren Blog neben dem Grützekern liegen lassen. Da hat der eigentlich nix zu Suchen. Wenn das der Kollege von der Reaktorsicherheit vor mir entdeckt hätte, wären die Kollegen jetzt ihren Job los. Da kann ich nur sagen: dem Tod von der Schippe gesprungen!