Monatsarchiv für Juli 2006

Ist das ein Problem, Bär?

Donnerstag, den 27. Juli 2006

Mal ganz abgesehen davon, dass uns dieser Bär mit seiner Präsenz so mittelbar nach dem tragischen Ableben seines Bärenkollegen Bruno beglückt – was steckt hinter dieser Häufung von Zwischenfällen in Zusammenhang mit Meister Petz? Nicht genug, dass ich schon einige Nächte wegen der anhaltenden Hitze nicht schlafen konnte, nein, auch unser bäriger Freund bereitet mir Schlaflosigkeit.

Was führt ihn auf unser Gelände? Was ist an Grütze so interessant? (Ich meine für Bären, schon klar, oder?). Warum steppt der Bär auf Kraftwerkswiesen?
Ist’s Wissbegier, gar Forscherdrang?
Oder – was verständlich wär’ – der Drang zu Überleben?
Denn in der Not, da frisst der Bär die Grütze.
Ob Rot, ob Grün, ganz einerlei:
wohlig füllt der Grützebrei des darbend Bären Magen.

Derart gesättigt steht der Sinn nicht mehr nach Schaf, Geflügel, Rind und andern fleischlich Waren.
So hat’s sein Gutes – alldieweil – ich bin’s noch nicht zufrieden!

Wie ward es möglich ihm, dem Ursus, des Kraftwerks schützend Wall
so mir nix dir nix zu durchbrechen
und sich am Grützevorrat schadlos haltend
Nächte zu durchzechen?

(Wenn Nachts tropische Temparaturen vorherrschen, spreche/denke/träume/fabuliere ich oft in gebundener Sprache. Klingt komisch, is aber so.)

Sinnierend nächtens auf dem Lager wälzend blitzt es mir in Gedanken auf:
was, wenn alles missverstanden wär’? Wenn er -
der Bär – nicht wahrhaft menschlich’ sprachbegabt – gar “Bär’n” mit “Beeren” schicksalhaft verwechselte?
Wähnt’ ihn gar, dass BÄREN und nicht BEEREN wir der Grütze beigemengt?
Des Bären Ohr, wie nimmt es unsre Sprach’ wohl wahr?
Wollt’ am End’ er seine Brüder aus des Werkes Fängen wohl befreien, und seine Schwestern auch?
Edler Kämpfer, Bär, für Freiheit, Gleichheit, Bärigkeit?

So lasst ihn ziehen, preist ihm Ehr’! Ein’ solchen Bären find’t so schnell ihr nimmermehr!

Bei uns zu Haus im Kraftwerk …

Samstag, den 22. Juli 2006

… wenn ich schon am Samstag kurz im Büro vorbeischauen musste, gibt’s wenigstens ein Foto vom Grützekühlturm, den man von meinem Bürofenster aus betrachten kann.

Grützeturm

Wenn du sie nicht besiegen kannst …

Dienstag, den 18. Juli 2006

… dann verwirre sie – die gleiche Taktik wandte schon Garfield erfolgreich an. Warum sollten wir das nicht auch probieren, um unseren Problembären zu fangen? Daher haben wir folgendes Schild in der Nähe unserer Grützetanks aufgestellt:

Einbahnstrasse x3

Vielleicht bleibt der Bär dann stehen und überlegt, was er machen soll, wenn er in die andere Richtung – also gegen die Einbahnstraße laufen müsste – das aber wegen jener welchen Einbahnstraße nicht darf. Oder wenn er in die andere Richtung laufen will – dumm gelaufen, Einbahnstraße, geht nur die andere Richtung, da will der Bär aber gar nicht hin. Aber: eigentlich darf der Bär eh nicht an der Stelle halten … eine sehr verzwickte Lage.
Ich hoffe, der aufmerksame Leser kann meinen Ergüssen bzw. Wirrungen einigermaßen folgen. Ich hab mit den Kollegen im Büro immerhin eine 50:50-Chance berechnet, dass der Bär stehen bleibt. Worst-case wäre natürlich, dass er – wenn er die Schilder sieht – lacht und schnellstmöglich auf die Grützetanks zusteuert, weil die Einbahnstraße ja auch für die Verfolger sowie das restliche Personal gilt!

Problembär auf dem Kraftwerksgelände

Freitag, den 14. Juli 2006

Heute morgen bemerkten wir (bzw. eher die Penner von der Reaktorsicherheit), dass einer unserer Außentanks einen – im Vergleich zum Vortag – stark dezimierten Grützestand aufwies. Nachdem ich in meinem Büro im Sektor 7T über zwölf Bildschirme samt Videorekorder (VHS) verfüge, wo ich neben sämtlichen Häusern der Stadt auch die Überwachungskameras des Kraftwerks anzapfen kann, sollte das Ganze ja kein großes Problem darstellen, herauszufinden was mit der Grütze passiert ist.

Gegen 3:22 Uhr MESZ nahm die Kamera folgende Bilder auf:

Problembär 1

Problembär 2

Dem folgte nur noch Bildrauschen – bis die Kamera heute morgen wieder gerichtet wurde. Bei dem Bären handelt es sich wohl um einen technisch versierten sog. Problem- bzw. Grützeschadbären, der zuerst unsere Überwachungskamera außer Kraft gesetzt hat, um sich anschließend an unserer köstlichen Grütze zu laben.

Wir werden beobachten, was die kommenden Nächte passiert.

Jetzt aber – Teil 2

Donnerstag, den 6. Juli 2006

Nachdem einige Anfragen (wahrscheinlich aus Kantinenkreisen) kamen … das Schnitzel mit Fußball gab’s tatsächlich in unserer Kantine. Hier das Bild im Kontext:

Schnitzel mit Leder Teil2

Privatnutzung des Katinenmobiliars

Dienstag, den 4. Juli 2006

Nachdem der Betriebsrat zusammen mit den Jungs aus der Sicherheitsabteilung (also uns) es endlich geschafft hat, unseren betagten Tisch in der Kantine gegen ein neues Modell auszutauschen hat uns der Chef bzw. dessen Steuerberater einen Strich durch die Rechnung gemacht bzw. ein nicht zu unterschätzendes Problempotential aufgetan: die Privatnutzung des neuen Kantinentisches.

Tisch

D.h. wenn praktisch der Chef oder einer von uns Bediensteten an diesem Tisch irgend etwas außerbetriebliches macht – wie Brotzeit oder einfach das Verfassen einer Glückwunschkarte – muss er diese Privatnutzung neuerdings versteuern. Entweder pauschal 1% vom Neuanschaffungspreis pro Monat – oder Stundenweise. Dies geht natürlich nur mit Hilfe eines Sitzungsbuches. Somit muss nun jede Brotzeit erfasst werden, selbst wenn sie mit einer betrieblichen Konservation gespickt ist. Betriebsfeiern werden nach Anordnung des Chefs nur noch als Stehparty abgehalten – irgendwo müssen wir ja sparen.