Ist das ein Problem, Bär?
Donnerstag, den 27. Juli 2006Mal ganz abgesehen davon, dass uns dieser Bär mit seiner Präsenz so mittelbar nach dem tragischen Ableben seines Bärenkollegen Bruno beglückt – was steckt hinter dieser Häufung von Zwischenfällen in Zusammenhang mit Meister Petz? Nicht genug, dass ich schon einige Nächte wegen der anhaltenden Hitze nicht schlafen konnte, nein, auch unser bäriger Freund bereitet mir Schlaflosigkeit.
Was führt ihn auf unser Gelände? Was ist an Grütze so interessant? (Ich meine für Bären, schon klar, oder?). Warum steppt der Bär auf Kraftwerkswiesen?
Ist’s Wissbegier, gar Forscherdrang?
Oder – was verständlich wär’ – der Drang zu Überleben?
Denn in der Not, da frisst der Bär die Grütze.
Ob Rot, ob Grün, ganz einerlei:
wohlig füllt der Grützebrei des darbend Bären Magen.
Derart gesättigt steht der Sinn nicht mehr nach Schaf, Geflügel, Rind und andern fleischlich Waren.
So hat’s sein Gutes – alldieweil – ich bin’s noch nicht zufrieden!
Wie ward es möglich ihm, dem Ursus, des Kraftwerks schützend Wall
so mir nix dir nix zu durchbrechen
und sich am Grützevorrat schadlos haltend
Nächte zu durchzechen?
(Wenn Nachts tropische Temparaturen vorherrschen, spreche/denke/träume/fabuliere ich oft in gebundener Sprache. Klingt komisch, is aber so.)
Sinnierend nächtens auf dem Lager wälzend blitzt es mir in Gedanken auf:
was, wenn alles missverstanden wär’? Wenn er -
der Bär – nicht wahrhaft menschlich’ sprachbegabt – gar “Bär’n” mit “Beeren” schicksalhaft verwechselte?
Wähnt’ ihn gar, dass BÄREN und nicht BEEREN wir der Grütze beigemengt?
Des Bären Ohr, wie nimmt es unsre Sprach’ wohl wahr?
Wollt’ am End’ er seine Brüder aus des Werkes Fängen wohl befreien, und seine Schwestern auch?
Edler Kämpfer, Bär, für Freiheit, Gleichheit, Bärigkeit?
So lasst ihn ziehen, preist ihm Ehr’! Ein’ solchen Bären find’t so schnell ihr nimmermehr!





