18. Mai 2007
So, nun ist es endlich soweit … unser knapp sechs Jahre alter Grützereaktor hat 100.000 Kilometer auf dem Tacho. Dies ist eine durchaus heikle Angelegenheit:
- Zum einen muss genau bei 100.000 die Wartung durchgeführt werden.
- Wenn dies zu früh geschieht, können die Grützebrennstäbe implodieren.
- Wenn dies zu spät geschieht, explodieren die Brennstäbe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ganz sicher.
- Dies ist wiederum besonders ärgerlich, weil die Clearingstelle zum aufwischen der potentiellen Sauerei am Wochenende nicht arbeitet.
Nun, weiterhin muss der Reaktor behutsam heruntergefahren werden, d.h. langsam ausbremsen – quasi auf dem Verzögerungsstreifen.
Dies kann man hier auf dem Foto deutlich erkennen:

Hier tritt der Kollege behutsam auf die Bremse – durch den ungeheuren Druck, der um den Reaktor herum herrscht, konnte ich leider nur ein etwas schiefes Bild schießen. Daher bin ich froh, hier nur für’s Gas-geben zuständig zu sein – auch in unserem Kraftwerksforum – das Abbremsen ist eine wirklich heikle Angelegenheit. Abgesehen davon: bei der letzten Bremsung gingen so ein bis zwei kleinere Störfälle auf mein Konto, das will ich heute nicht riskieren.
Und hier nun der vollständig heruntergebremste Reaktor:

Hier sieht man auch den Bremsweg … um die 2.000 Meter braucht der Kern, um von knapp 50 auf 0 runterzukommen – damit man sich’s vorstellen kann ist das eine Strecke, die mindestens 10.000 ausgelegte Bratwürste am Stück brauchen würden!
Jedenfalls war’s wieder mal eine perfekte Bruch- … ääh Punktlandung (ganz ungewohnt) – am Montag werden wir sehen, ob alles viel zu glatt lief – bis dahin wir der Kern still stehen. Kollege Reaktorsicherheit und ich werden uns während der Wartungsarbeiten das ein- oder andere Gläschen Grütze einschenken und mal anderen Leuten bei der Arbeit zusehen.
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2. April 2007
… nachdem wir – auch heute noch – mit Anfragen überschüttet wurden und um der Gefahr des Auffliegens vor unserem Chef zu entkommen möchte ich hiermit lösen:
- Das auf dem einen Bild war nicht “Tor 3″.
- Das auf dem anderen Bild war nicht unser Büro.
- Die Grützezapfanlagen gehen weiterhin weg wir warme Semmeln.
- Der Grützeplasma-TV ist zwar verzehrbar, aber das Bild ist ungleich besser für den gemütlichen Fernsehabend geeignet.
- Gestern war der 1. April, dessen tradioneller Feierlichkeiten auch wir uns nicht verschließen wollten.
Keine Sorge, das Kraftwerk steht noch. Nur halt nicht an der gezeigten Stelle, dort stand es auch noch nie. Klar, die Ähnlichkeit ist verblüffend – wir sind wochenlang in unserer bunten Republik umhergereist um solch brisantes wie auch exklusives Bildmaterial zu liefern.
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1. April 2007
… ist wohl, dass unser Kraftwerk der Abrissbirne zum Opfer gefallen ist. Schon nach dem katastrophalen Weihnachtsgeschäft und der Tatsache, dass die Kundschaft unsere Grützeplasma-TV-Geräte lieber verspeist hat sich ein nahendes Ende unserer Kraftwerks-Betreiberfirma abgezeichnet. Ich habe noch höchstpersönlich ein paar letzte Bilder unseres Kraftwerks mit meiner Digicam geschossen – nur leider habe ich jene welche in meiner Schreibtischschublade vergessen, die nun – wie auf den Bildern vom Kollegen Reaktorsicherheit noch nicht zu sehen – ebenfalls dem Erdboden gleichgemacht wurde.
Nun, wie gesagt, die Fotos müssten demnächst aus dem Fotolabor kommen, damit Sie als gemeiner Leser auch Gewissheit über das Dahinscheiden unseres Prestigeprojektes haben.
In diesem Sinne *prost*, vielleicht sieht man sich mal auf das ein oder andere Gläschen Grütze!
[edit: Die Bilder sind da, das Photolabor war uns noch einen Gefallen schuldig, nachdem wir den Besitzer kürzlich aus seinem brennenden Wagen gezogen haben - jetzt sind wir quit!]
Hier noch ein letztes Mal die Grütze-Anlieferungsluken:

Ein letzer Blick auf das Büro vom Kollegen Reaktorsicherheit und meiner Wenigkeit:

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12. März 2007
Normal machen wir sowas ja nicht, aber aus gegebenem Anlass möchten wir unserem treuen Leser “RetterDerWelt” alles Gute zum Geburtstag wünschen (natürlich von der ganzen Belegschaft – ich habe in der Mittagspause in der Kantine schon unterschriften gesammelt). Natürlich ist er nicht der Einzige an diesem Tag – unser Kraftwerkswetten-Dauergast Pete Doherty teilt mit ihm das gleiche Schicksal *prost*.
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15. Februar 2007
Nachdem der Fernverkehr mit Fahrzeugen aller Art auf unserem Kraftwerksgelänge immer mehr zunimmt, hat sich unser Chef zur Einführung drastischer Maßnahmen entschieden: die Einführung einer “Congestion Charge”. Das bedeutet, dass nur der Chef, Kollege Reaktorsicherheit und meine Wenigkeit for free in der Mittagspause in Ruhe unsere Runden um das Kraftwerk drehen können – man merkt dabei schon, wer es geschafft hat, sich unverzichtbar zu machen. Die anderen Fahrzeuge bzw. – falls vorhanden – deren Halter, müssen pro Tag 9.99€ zahlen – was sich die meisten Kollegen wohl sparen werden und ihr Mischfahrzeug ein paar Straßen weiter abstellen – womit wir wiederum der Entstehung von Waschbärbäuchen entgegenwirken.
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9. Februar 2007
Nur kurz für die Akten – unser Kraftwerk wurde erstmals in Jörns Blog erwähnt – welch denkwürdiger Augenblick. Vielleicht gelingt uns nun doch noch eine Bekehrung zum Pythonismus – wir haben die Hoffnung zumindest nicht aufgegeben, irgendwann zusammen den “Dead-Parrot-Sketch” zu Ehren unseres Herrn, John Cleese, aufführen zu können:
Whenever two or three are gathered together in one place, then they shall perform the Parrot Sketch.
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29. Januar 2007
Im letzten Team-Meeting kam unser Chef auf die brilliante Idee, Themen für Diplomarbeiten für bedürftige Werksstudenten anzubieten. Die Motive dafür sind mannigfaltig und sehr stichhaltig:
- Wir haben keinen blassen Schimmer von Marketing.
- Wir haben noch weniger Ahnung von der erfolgreichen Führung eines mittelständischen Kraftwerks.
- Es wäre interessant zu wissen, warum der Laden trotzdem brummt wie unser Grützeschadbär.
Die folgenden Themen wären zu vergeben:
- Erstellung eines Businessplans für die Einführung von Grützeprodukten in Westeuropa zum 01.07.2007.
- Das Geheimnis unseres Erfolgs – Grützeproduktion für die Welt. (Das könnten wir dann in unserer Wir-über-uns-Seite ergänzen – selbst fehlt uns leider die Zeit dazu, die wir lieber in sinnvolle Blogeinträge stecken.)
- Die Vermarktung der Grützezapfanlage – welche Geschmackrichtungen werden vom Konsumenten noch gewünscht, wenn er die Wahl hätte. Und vor allem: welche Farbe soll die Grütze dann haben?
- Weitere Verwendungsmöglichkeiten für Grütze – Einsatz in verschiedenen Branchen.
Natürlich ist auch was für unsere Kernphysiker und Biochemiker dabei:
- Der Grützereaktor – welche Naturgesetze werden bei der Energiegewinnung durch Grütze verletzt.
- Die Untersuchung des Spaltprodukts auf Gefahren für die Konsumenten.
Bei Fragen stehen wir jederzeit zur Verfügung – aber wie man unschwer erkennen kann – die Themen sind rar und heiß begehrt, sodass wir eine Vergütung selbstverständlich nicht nötig haben und uns bei der erfolgreichen Vergabe über eine kleine Aufmerksamkeit freuen würden.
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27. Januar 2007
Nachdem sich das Tier im letzten Jahr doch recht gut bewährt hat um Eindringlinge vom Kraftwerksgelände fernzuhalten verfügen wir jetzt quasi über einen Grützenutzbären, der den Nachtwächtern von der Reaktorsicherheit einige Atempausen verschafft. Der Arbeitsvertrag gilt unbefristet seit dem 01. Januar 007. Allerdings ist der Grützeverbrauch des Tiers immens – da die gespaltene Grütze ja nicht auf Bäumen wächst müssen wir nun täglich einen extra Spaltvorgang ansetzen – was die Leistung unseres Grützebären aber locker wieder aufwiegt. Die Verbotsschilder vom letzten Jahr lassen wir aber erstmal stehen – sicher ist sicher.
Kategorie Grütze, Problembär | 1 Kommentar »
26. Januar 2007
Nachdem die Wette im letzten Jahr so bravorös von meiner Wenigkeit zu annähernd 100% richtig getippt wurde (mit den getippten neun Verhaftungen lag ich sehr gut im Rennen), stellen sich dieses Jahr die Fragen
- Wie oft wird es/er 007 sein?
- Wie oft wird Pete dieses Jahr versuchen zu heiraten?
- Wie oft wird sein Jaguar im Parkverbot abgeschleppt, wie oft wird er diesen auslösen?
- Spielt er mit den Scissor Sisters in der Frith-Street, bevor oder nachdem er die Congestion Charge gezahlt hat?
Wir sind gespannt, es geht – wie immer – um die Wurst!
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19. November 2006
Da fahre ich extra am Sonntag nochmal ins Kraftwerk, weil ich vorgestern meinen Lieblings-Kugelschreiber auf meinem Schreibtisch hab liegen lassen … was seh ich auf meinem Doherty-Überwachungsmonitor?
Diese Meldung von der dpa:
London (dpa) – Der britische Skandalrocker Pete Doherty ist erneut wegen illegalen Drogenbesitzes festgenommen worden.
Der 27-Jährige wurde nach Polizeiangaben von einer Polizeistreife gestoppt, weil er mit seiner Limousine in London Schlangenlinien fuhr. Im Auto seien dann Drogen gefunden worden. Doherty, der mit dem Supermodel Kate Moss zusammen ist, kam nach einigen Stunden gegen Kaution wieder auf freien Fuß. Der Sänger der Band Babyshambles hatte in den vergangenen Monaten immer wieder durch Drogendelikte Schlagzeilen gemacht.
Auch wenn er nun wieder frei ist, ist das definitiv die 7 1/2te Verhaftung, wenn ich mich nicht verzählt habe. Ich strebe ja immer noch eine Punktlandung auf 9 Stück hin … wir werden sehen, was bis zum Stichtag passiert. Zumindest werden – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit – am 31.12. um 23 Uhr 99 – alle Beteiligten – von Pete mal abgesehen, da ihm sicher keiner das Flugticket nach SZG zahlt – anwesend sein, um das finale Ergebnis zu beschließen.
Und ganz wichtig: Irgend jemand sollte noch ein Fläschchen Strongbow ins Land schmuggeln – für den alljährlichen Silvesterumtrunk.
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