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Zusätzlicher Reaktor

Der ein oder andere treue Leser wird sich schon gewundert haben, warum wir in letzter Zeit so wenig von uns hören lassen … nun ist’s raus: Wir haben einen neuen Reaktor! Nachdem wir mit den Hochleistungsreaktoren aus den 70ern ja recht schlechte Erfahrungen gemacht haben, haben wir uns diesmal für einen jungen Gebrauchten entschieden …

Leider ist das Foto etwas unscharf – es ist gar nicht so einfach, bei voller Fahrt (bzw. beim Beschleunigen des Reaktors) ein gutes Bild zu schießen – zumal der Reaktor nur in annähernd vollständiger Dunkelheit anfahren muss.

Rund 30.000 km hat der Gute auf der Uhr – für einen modernen Reaktor ein Klacks – und der Vorteil: die Inspektion war auch schon drin und ist frisch durchgeführt (incl. neuer Bremsklötze für das Herunterfahren der Anlage). Nun haben Kollege Reaktorsicherheit und ich die letzten Wochen den kontrollierten kollegialen Abbau am alten Standort und den Aufbau bei uns in der Stubn äääh auf dem Gelände akribisch genau beaufsichtigt. Das heißt: Überstunden ohne Ende, wo wir aus dem Abfeiern schon gar nicht mehr rauskommen.

Nun zu dem – zumindest für’s Kraftwerk – angenehmen Teil: Wie man auf einem der ersten Fotos sehen kann, reicht der Tacho bis 300 Sachen – ein respektabler Wert (der wohl nicht ganz realisierbar sein wird). Nach ersten Tests erreicht man mit dem gleichen Grütze-Input auch den gleichen Output – dies aber in einer geradezu lächerlich geringen Spaltzeit. Der Reaktor ist definitiv mein neuer Lieblingsreaktor, auch wenn Kollege Reaktorsicherheit auf Altbewährtes setzt.

Wir werden sehen, ob der neue Reaktor auch die 100.000 schafft – bis dahin wird der alte Reaktor sicher der beste Freund unserer Werkstatt bleiben.

“Niemand hat die Absicht, eine Grütze-Pipeline zu bauen!”

An dieser Stelle möchte ich alle Gerüchte entkräften, die vom Bau einer EU Grütze-Pipeline wissen wollen. Ich zitiere hier, wie bereits in der Überschrift unseren Kraftwerksdirektor. Diese Verlautbarung wurde vor wenigen Stunden nach einer eiligst einberufenen Telefonkonferenz der zuständigen Stellen, sowie Mitgliedern der Bundesregierung veröffentlicht.

Darin steht sinngemäß: es ist weder vorgesehen eine Pipeline über oder durch den Brenner nach Italien, noch durch Frankreich über die Pyrenäen nach Spanien in dortige Obstanbaugebiete zu bauen, um die Versorgung mit Rohstoffen sicherzustellen. (Zumindest solange nicht, bis sich die Marketingabteilung bezüglich der Farbe der Pipeline-Ummantelung einigen kann.)

Spannungen in der Beziehung zwischen EU und Russland führen zu Umdenken in der Energiepolitk

“Energiegewinnung aus Grütze könnte geostrategische Vorteile in sich tragen.” das zumindest verlautete aus nicht weiter genannten aber gut informierten Kreisen in der unmittelbaren Umgebung der Bundesregierung.

So wurde es mir zumindest von einem Vertriebsmitarbeiter unseres Kraftwerks mitgeteilt, der gerade in Berlin mit einem Staatssekretär oder Mitarbeiter im Umweltbundesamt Kaffee trinken war.

Wenn man sich die heutigen politschen Entwicklungen so ansieht, ist es an sich nicht verwunderlich, dass sich Frau Merkel noch Optionen offenhalten muss:

EU-Russland-Gipfel endet in offenem Streit

Heftige Turbulenzen in Samara

Raketenschild, Denkmalstreit, Fleischlieferungen, Energiesicherheit – immer wieder waren diese Themen im Vorfeld des EU-Russland-Gipfels in Samara als die großen Probleme genannt worden, die es zu klären gebe.”

(Quelle: Artikel bei tagesschau.de)

Wahrscheinlich werden im Umfeld des anstehenden G8-Gipfels intensivere Gespräche über den Bau eines vollwertigen Grützekraftwerks stattfinden. Vielleicht bei 2 Tassen Kaffe und einem Cappuchino, wie der Kollege meinte. Damit könnte Deutschland von Energielieferungen aus Russland unabhängig werden. Eventuell wird ja dann durch eine EU-weite Grützeverstromung der endgültige Ausstieg aus der Atomkraft eingeläutet.

Ich teile ja seine Euphorie, denn die Grützespaltung ist mittlerweile eine der sichersten Technologien in diesem Gebiet. Ich bin gespannt und Kollege Supergau will mit dem Reaktor schon wieder “richtig Gas geben”. Da ist er anders veranlagt als Kollege Putin, wie es manchmal scheint.

Spässle g'macht

nachdem wir – auch heute noch – mit Anfragen überschüttet wurden und um der Gefahr des Auffliegens vor unserem Chef zu entkommen möchte ich hiermit lösen:

  • Das auf dem einen Bild war nicht “Tor 3”.
  • Das auf dem anderen Bild war nicht unser Büro.
  • Die Grützezapfanlagen gehen weiterhin weg wir warme Semmeln.
  • Der Grützeplasma-TV ist zwar verzehrbar, aber das Bild ist ungleich besser für den gemütlichen Fernsehabend geeignet.
  • Gestern war der 1. April, dessen tradioneller Feierlichkeiten auch wir uns nicht verschließen wollten.

Keine Sorge, das Kraftwerk steht noch. Nur halt nicht an der gezeigten Stelle, dort stand es auch noch nie. Klar, die Ähnlichkeit ist verblüffend – wir sind wochenlang in unserer bunten Republik umhergereist um solch brisantes wie auch exklusives Bildmaterial zu liefern.

Die traurige Nachricht des gestrigen Tages …

… ist wohl, dass unser Kraftwerk der Abrissbirne zum Opfer gefallen ist. Schon nach dem katastrophalen Weihnachtsgeschäft und der Tatsache, dass die Kundschaft unsere Grützeplasma-TV-Geräte lieber verspeist hat sich ein nahendes Ende unserer Kraftwerks-Betreiberfirma abgezeichnet. Ich habe noch höchstpersönlich ein paar letzte Bilder unseres Kraftwerks mit meiner Digicam geschossen – nur leider habe ich jene welche in meiner Schreibtischschublade vergessen, die nun – wie auf den Bildern vom Kollegen Reaktorsicherheit noch nicht zu sehen – ebenfalls dem Erdboden gleichgemacht wurde.

Nun, wie gesagt, die Fotos müssten demnächst aus dem Fotolabor kommen, damit Sie als gemeiner Leser auch Gewissheit über das Dahinscheiden unseres Prestigeprojektes haben.

In diesem Sinne *prost*, vielleicht sieht man sich mal auf das ein oder andere Gläschen Grütze!

[edit: Die Bilder sind da, das Photolabor war uns noch einen Gefallen schuldig, nachdem wir den Besitzer kürzlich aus seinem brennenden Wagen gezogen haben – jetzt sind wir quit!]

Hier noch ein letztes Mal die Grütze-Anlieferungsluken:

Ein letzer Blick auf das Büro vom Kollegen Reaktorsicherheit und meiner Wenigkeit:

“Congestion Charge” zum Befahren des inneren Kraftwerksringes

gruetze chargeNachdem der Fernverkehr mit Fahrzeugen aller Art auf unserem Kraftwerksgelänge immer mehr zunimmt, hat sich unser Chef zur Einführung drastischer Maßnahmen entschieden: die Einführung einer “Congestion Charge”. Das bedeutet, dass nur der Chef, Kollege Reaktorsicherheit und meine Wenigkeit for free in der Mittagspause in Ruhe unsere Runden um das Kraftwerk drehen können – man merkt dabei schon, wer es geschafft hat, sich unverzichtbar zu machen. Die anderen Fahrzeuge bzw. – falls vorhanden – deren Halter, müssen pro Tag 9.99€ zahlen – was sich die meisten Kollegen wohl sparen werden und ihr Mischfahrzeug ein paar Straßen weiter abstellen – womit wir wiederum der Entstehung von Waschbärbäuchen entgegenwirken.

Monty Python lived here

Aus unserer Rubrik “unser Kraftwerk soll schöner werden” gibt es ein wahres Highlight zu berichten: Michael Palin war persönlich bei uns – während seiner 80tägigen Reise um die Welt -, um dieses Schild am Kraftwerk anzubringen:

Monty Python lived here
Monty Python lived here

Was nicht einmal wir wussten: Ein Mitglied der britischen Kult-Komikertruppe Monty Python hatte sich im Jahr 1976 bei uns im Kraftwerksgebäude häuslich niedergelassen! Nachdem Reaktorsicherheit und ich begnadete Pythonisten vor dem Herrn sind, ließen wir uns die Feierlichkeiten und deren Organisation nicht entgehen. Michael Palin wurde selbstverständlich mit frischer Grütze empfangen. Allerdings blieb uns leider nicht viel Zeit, da Michael auf der Durchreise war und es ziemlich eilig hatte. Zum Abschied überreichten wir ihm selbstverständlich noch eine Grütze-Zapfanlage, die ja in Großbritannien noch nicht erhältlich ist (und er auf der Suche nach Grützefässern etwas Nachfrage generiert – Stichwort “anfixen”).

Caught the stig …

Nachdem unser einziger und vor allem treuer Leser fast unbemerkt vor einiger Zeit bereits uns ein Stöckchen vor’s Kraftwerk geworfen hat gibt es nun die Antworten – natürlich auch, um das Sommerloch zu stopfen … der Grützeschadbär läuft auch noch frei rum, Urlaub gibt’s auch keinen – also:

Why are you blogging?

Ursprünglich ging es nur um die Dokumentation unserer Kraftwerkswette, wie oft Pete Doherty dieses Jahr verhaftet wird, da wir uns schon nach kürzester Zeit nicht mehr erinnern konnten, wer wie oft und warum getippt hatte.

Natürlich ist der zweite Grund, Jay zu zeigen, dass ein Blog bereits nach kürzester Zeit eine google-Pagerank von 3/10 (nicht nur 2/10) haben kann und wir nicht den blassesten Schimmer haben warum.

When did you start blogging?

24-04-2006, ein Montag, der gleiche Tag, an dem mir die Idee mit dem Flux-Kompensator … mist, falscher Film.

Why are people reading your blog(s)?

Weil sie genauso krank wie wir sind oder einen genauso stressigen Job haben und das erlebte einfach raus muss!? <- vermute ich mal. What was the last search result, which got someone visiting your site?

Frach den gockel … vielleicht “Grütze” … muss mal den awstats wieder installieren.
Which of your posts did wrongfully not get the necessary attention?

Definitiv die “Privatnutzung des Kantinenmobiliars” – das hat uns echt viel Arbeit gekostet.

What is your favorite Blog?

Da gibt’s ein paar … www.maljaysia.de und der www.typoblogger.de natürlich, www.bildblog.de, www.lawblog.de oder der www.hostblogger.de

Zeitsprung

Wir haben es geschafft – es ist Murmeltiertag bei uns im Kraftwerk. Nachdem ich gerade am (kürzlich neu-angeschafften) Tisch beim morgentlichen Frühstück mit den Kollegen zum vierten Mal die gleiche Unterhaltung gehört habe, kann ich nur darauf schließen, dass die Jungs entweder
a) unseren alten Flux-Kompensator – der Reisen durch die Zeit erst möglich macht – wieder gefunden haben
oder mich
b) einfach auf den Arm nehmen wollen.
Ich tendiere zu Möglichkeit a). Das wäre jedenfalls die einzig plausible Erklärung.

Supersicher, supergeheim

Ich ringe noch ein bischen mit mir, der Kraftwerksdirektion vorzuschlagen, den geplanten zweiten Grützefusionsforschungsreaktor in der Schweiz zu bauen. Das hat viele Vorteile der Geheimhaltung wegen. Dort könnte man sich nämlich gut rausreden, wenn man versehentlich das Wort “Grütze” ausplappert. Man kann einfach sagen, man hat einen umherstehenden Bekannten gegrüßt. Das klingt dort schließlich ähnlich. Das ist echt gut. Ich schreib mal ein Memo.